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Was den Strom bei Hitze verteuert

Zwar ist Hitze eine Energieform, mitnichten bedeutet ein heißer Sommer aber kostengünstigeren Strom. Fakt ist, dass wir in Deutschland in diesem denkwürdigen Sommer 2018 gut sechs Prozent mehr elektrische Energie verbrauchen als im Durchschnitt der Sommer von 2016 und 2017. Die Auswirkungen der Hitze, die den Strom verteuern, sind: heruntergefahrene Atomkraftwerke, wochenlange Flaute beim Wind und Gaskraftwerke auf Sparflamme.

Was haben Atomkraftwerke mit Steinkohle zu tun?

Blockheizkraftwerk im KellerWenn die Temperatur jener Gewässer, mit denen beide Kraftwerkstypen gekühlt werden, unaufhaltsam ansteigt, haben die Betreiber ein Problem, denn die Oberflächengewässerverordnung regelt, ab welchen Gewässer-Temperaturen die zuständige Wasserbehörde die Drosselung eines Kraftwerks verfügen kann. Der Temperaturgrenzwert hängt davon ab, um welche Art von Gewässer es sich handelt, wie groß es ist und wie darin die Fischfauna strukturiert ist. Insofern schwankt die Temperaturgrenze zwischen 18 und 25 Grad Celsius. Verschärfend hinzu kommt noch die Regelung, dass sich die Temperatur eines Fließgewässers durch Kühlwassereinleitungen nicht mehr als drei Grad erhöhen darf. Wenn die Wassertemperatur auf 28 Grad Celsius ansteigt, sind alle Lebewesen in unseren Gewässern akut bedroht.

Hinzu kommen noch die extrem niedrigen Pegelstände. Weniger Wasservolumen heizt sich noch schneller auf und die Binnenschiffe können wegen des sehr begrenzten Tiefgangs kaum noch beladen werden. Das Steinkohlekraftwerk von RWE in Hamm musste bereits wegen fehlenden Kohlenachschubs temporär abgeschaltet werden.

Braunkohle gibt es in Deutschland genug

Tatsächlich muss Braunkohle nicht nach Deutschland importiert werden. Es gibt hierzulande großflächige Tagebaue, von wo aus die Braunkohle auf kurzen Schienenwegen oder sogar direkt per Fließband ins Kraftwerk befördert wird. Sogar deren Kühlung stellt kein Problem dar, da hierfür sogenanntes „Sümpfungswasser“ verwendet wird. Dabei handelt es sich um die Grubenwässer aus dem Bergbau. Daher bedeutet ein heißer Sommer für Strom aus Braunkohle keine Leistungseinschränkung. In der Tat ist die Nachfrage in diesem Sommer besonders hoch.

Wie wirkt sich die Sommerhitze auf Solarzellen aus?

Mehr als 44 Gigawatt Solar-Leistung sind zurzeit insgesamt in Deutschland installiert. Von Maximalproduktion kann bei diesen Temperaturen aber gar keine Rede sein. Gerademal circa zwei Drittel der möglichen elektrischen Leistung werden von den Panels bereitgestellt, weil ihr Wirkungsgrad mit zunehmender Temperatur sinkt. Die beste Solar-Ausbeute wird daher eher an sonnigen Frühlingstagen im Mai und Juni erreicht.

Wie steht es im Hochsommer um den Wind?

Auch die installierte Windleistung auf deutschen Landen und offshore darf sich mit mehr als 58 Gigawatt bestaunen lassen. Nun sind anhaltende Trocken- und Hitzeperioden bei uns in der Regel mit sehr stabilen Hochdruckwetterlagen verbunden. Wenn man sich erst einmal im Kernfeld eines riesigen, nahezu unbeweglichen Hochdruckgebietes befindet, weht lange Zeit kein Lüftchen mehr.

Aber Biogas geht doch immer

BiogasanlageJa, das gilt weitgehend für Gülle, Mist und Biomüll. Aber aus Pflanzen, die wegen Hitze und Trockenheit nicht gedeihen, lässt sich kaum Biogas herstellen. Auf ungefähr 1,4 Millionen Hektar werden in Deutschland extra zur Biogasproduktion insbesondere Gras und Mais angebaut. Zwar ist zurzeit die Ernte noch nicht ganz abgeschlossen, aber die erheblichen Ausfälle zeichnen sich schon jetzt ab. Gerade beim Mais ist mit einer Einbuße um 50 Prozent zu rechnen.

Auch für Biosprit müssen erst einmal Pflanzen wachsen

Es sind vor allem unsere Zuckerrüben, die für die nachhaltige Kraftstoffproduktion herhalten müssen. Bis die Rüben in dieser Saison geerntet werden, geht noch etwas Zeit ins Land. Ohne ausreichend Wasser werden die Zuckerrüben kümmerlich ausfallen. Zwar ist schon jetzt mit etwas höheren Preisen für den Biosprit zu rechnen, aber wie viel das am Ende wirklich ausmacht, lässt sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau vorhersagen.

Die Strompreistendenz

So wandert der Strompreis schon seit Wochen unbeirrt nach oben. Allein in der Zeit von Mai auf Juni ist der Strompreis am Spotmarkt um circa 25 Prozent gestiegen. Es bleibt sehr zu hoffen, dass sich so extreme Schwankungen nicht direkt auf die Stromrechnungen der Verbraucher durchpausen. Doch jeder weitere heiße Tag kann die Lage erheblich weiter verschärfen.

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